Kurzkehrt richtig reiten
Voraussetzung zum Kurzkehrt richtig reiten ist eine erste Versammlungsbereitschaft und Lastaufnahme der Hinterhand. Auch Stellung und Biegung spielen eine wichtige Rolle. Außerdem muss das Pferd am Schenkel folgen und das auf beiden Seiten gleichermaßen.
Daher ist die Kurzkehrt auch eine besondere Hürde in der Ausbildung von der Klasse A zur Klasse L.
Desweiteren ist die Kurzkehrt Bestandteil von Dressurprüfungen bis zur schweren Klasse.
Man sollte sie also nicht unterschätzen.
Wie die Kurzkehr funktioniert schauen wir uns wie folgt an:
- Was ist eine Kurzkehrt genau
- Was ist der Unterschied zur Hinterhandwendung
- Wie wird sie richtig geritten
Was ist eine Kurzkehrt?
Beim der Kurzkehrt ist das Pferd in Bewegungsrichtung gestellt und gebogen. Dabei absolviert es eine enge 180-Grad-Wendung um sein inneres Hinterbein. Hierbei bewegen sich die Hinterbeine im Takt auf einem kleinstmöglichen Kreis. Die Hinterbeine dürfen sich nicht kreuzen. Währenddessen sollen die Vorderbeine auf einem entsprechend kleinen Kreis deutlich überkreuzen.
Ausserdem ist generell eine leichte Vorwärtstendenz gefordert.
Das Kurzkehrt wird immer aus der Bewegung geritten. Entweder aus dem Mittelschritt oder aus dem versammelten Trab. Hierbei wird kurz zum Schritt durch pariert und nach der 180-Grad- Wendung sofort wieder angetrabt.
Was ist der UNterschied zwischen Kurzkehrt, Schrittpirouette und Hinterhandwendung?
Die Schrittpirouette wird im Gegensatz zur Kurzkehrt aus dem versammelten Schritt geritten.
Dabei ist der Ablauf vergleichbar mit der Kurzkehrt.
Bei der Hinterhandwendung hingegen wird die Wendung aus dem Halten geritten. Hierbei schickt man das Pferd lediglich einen Tritt nach vorne, bevor die 180-Grad-Wendung eingeleitet wird. Außerdem ist es wichtig, daß das Pferd mit der Hinterhand zuerst wieder am Hufschlag ankommt.
Wie eine Kurzkehrt richtig Reiten mit Takt, Stellung und Biegung?
So funktioniert die Hilfengebung bei der Kurzkehrt:
- Zunächst ein bis zwei Pferdelängen vor der Kurzkehrt das Pferd mehr zusammenstellen
- Das Pferd soll fleißig abfußen
- Auch vorab leicht im Schultervor reiten ist sinnvoll, um die Einleitung der Kurzkehrt zu Erleichtern
- Dann das Pferd mit einer kurzen Parade auf die neue Lektion aufmerksam machen
- Daraufhin stellt man das Pferd in Bewegungsrichtung und leitet die Wendung ein
- Hierfür verlagert man gleichzeitig sein Gewicht leicht auf den inneren Gesäßknochen
- Der innere Schenkel bleibt am Gurt und erhält den Fleiß, während der äußere Schenkel verwahrend hinter dem Gurt liegt
- Wichtig ist, dass der Reiter deutlich in die Bewegungsrichtung schaut, damit das Reiten der 180-Grad-Wendung durch den Körper unterstützt wird
- Desweiteren darf der äußere Schenkel nicht zu start einwirken, damit das Pferd die Beine nicht zu kreuzen beginnt
Was ist Wichtig Beim Erarbeiten der Kurzkehrt?
Zum Erarbeiten die Kurzkehrt aus der Biegung heraus beginnen. Hierfür eine große Volte Schultervor-artig anlegen. Da das Pferd jetzt schon richtig gestellt und gebogen ist, läßt sich die Kurzkehrt leichter einleiten.
Was tun wenn das Pferd hinten nicht nach innen tritt?
Wenn das Pferd mit der Hinterhand ausweicht, stellt man es am Besten kurz für ein paar Tritte am Zügel nach aussen.
So ist es für das Pferd einfacher zu verstehen, dass es dem Schenkel weichen soll.
Danach wieder vorsichtig die Stellung nach innen fordern.
Was tun wenn das innere Hinterbein nicht mit tritt?
Die Hinterbeine des Pferdes sollen sich auf kleinstem Kreis im Takt bewegen. Aber oft kommt es vor, daß das innere Hinterbein fixiert ist. Also nicht mit tritt.
Hier muss der Reiter wieder einen Schritt zurück gehen. Dabei die Kurzkehrt wieder deutlich größer traverartig anlegen. Beispielsweise auch auf einer Volte. Wichtig ist hierbei, dass das Pferd wieder fleißig und im Takt dem Schenkel ausweicht.
Sobald dies funktioniert, kann man die Kurzkehrt wieder kleiner reiten.
Was bewirkt die Kurzkehrt?
Die Kurzkehrt verbessert die Versammlungsfähigkeit und den Schenkelgehorsam.
Sie kann verbessert werden durch das Reiten vieler Übergänge vom Mittelschritt zum Vesammelten Schritt. Dabei sollte man immer wieder auch das Abstrecken an den hingegebenen Zügel einbauen.
Wechsel zwischen Schulterherein und Travers auf dem Zirkel fördern zudem den Schenkelgehorsam. Ausserdem werden Stellung und Biegung verbessert. Auch die Koordination in der Abwechslung schult das Pferd die Hilfen richtig zu verstehen. So können Lektionen schnell und prezise Abgerufen werden.